TESTAMENTSVOLLSTRECKUNG UND GERICHTLICHE VERFAHREN

Eine wirkungsvolle Gestaltungsmöglichkeit in Testamenten oder Erbverträgen ist die Anordnung von Testamentsvollstreckung. Der Erblasser beruft so eine Person in das Amt des Testamentsvollstreckers und überträgt ihr für den Erbfall die Ausführung seines letzten Willens. 

Testamentsvollstreckung

Im Allgemeinen werden zwei Formen der Testamentsvollstreckung unterschieden:

1. Abwicklungstestamentsvollstreckung

Die Vollstreckungstätigkeit erfolgt hier einmalig im Erbfall. Sie umfasst u. a. die Erfüllung von Auflagen und Vermächtnissen. Die Einsetzung eines neutralen Testamentsvollstreckers bietet viele Vorteile: Er kann ein „Puffer“ bei zu erwartendem Streit zwischen den Erben sein und mit seiner Expertise qualifizierte Entscheidungen treffen.

2. Dauertestamentsvollstreckung

Im Falle der Dauertestamentsvollstreckung erfolgt eine langfristige Verwaltung des Nachlasses durch den Testamentsvollstrecker. Sie bietet sich dort an, wo Erben selbst nicht in der Lage sind, sich um den Nachlass zu kümmern: Beispielsweise aufgrund körperlicher oder geistiger Defizite oder weil sie in diffizilen Beziehungsgeflechten verhaftet sind. In dem ersten Fall bietet es sich an, den Erben durch ein sogenanntes Behindertentestament zu schützen, in welchem die Testamentsvollstreckung ein wichtiger Teil ist.

Streitbeilegung und gerichtliche Verfahren

Streitvermeidung ist unser Ziel. Manchmal ist Streit jedoch unvermeidlich. Gerne unterstützten wir Sie bei jeder Form von Auseinandersetzungen im erbrechtlichen Bereich, egal ob gerichtlich oder außergerichtlich. Streit kann vor allem rund um folgende Themenfelder entstehen:

1. Wirksamkeit von Testamenten und Verträgen

Letztwillige Verfügungen und Schenkungen führen oftmals dazu, dass sich Betroffene ungerecht behandelt fühlen oder tatsächlich ungerecht behandelt worden sind. Gerne vertreten wir Sie in einem Streit über die Wirksamkeit von Testamenten oder Verträgen. Häufig entbrennen solche Streits, wenn jemand bestreitet, dass ein Erblasser bei Erstellung eines Testaments noch testierfähig war.

2. Streitbeilegung bei Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft

Wird ein Erbe auf mehrere Personen verteilt, so spricht man von einer Erbengemeinschaft. Diese muss den Nachlass zunächst gemeinsam verwalten, bevor er auf die einzelnen Miterben verteilt wird. Sowohl die gemeinsame Verwaltung als auch die anschließende Auseinandersetzung bergen Streitpotential in sich. Gerne suchen wir hier mit Ihnen faire, wirtschaftlich sinnvolle und insbesondere schnelle Lösungen.

3. Streitbeilegung bei Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüchen

Das deutsche Recht ermöglicht es, nahe Verwandte von der Erbfolge auszuschließen. Diese haben dann jedoch ein Recht auf Auskunft bezüglich des Nachlasses und ihnen steht ein auf Geldzahlung gerichteter Pflichtteilsanspruch zu. Wir unterstützen beide Parteien: Sowohl den Berechtigten bei der Durchsetzung der Ansprüche als auch den Erblasser bei der Abwehr unberechtigter oder überzogener Pflichtteilsansprüche.

 

Neben streitigen Gerichtsverfahren gibt es auch Verfahren der sogenannten freiwilligen Gerichtsbarkeit. Der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterfallen u. a. das Verfahren zur Erteilung eines Erbscheins, die Annahme oder Ausschlagung einer Erbschaft und die Beantragung von Nachlassinsolvenz, Nachlassverwaltung oder Nachlasspflegschaft. Gerne vertreten wir Sie in all solchen Verfahren.

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